PM: Förderung für „Modellvorhaben innovativer ÖPNV im ländlichen Raum“ geht nach Göppingen

850.000 Euro für den Landkreis Göppingen und insbesondere auch für den Raum Geislingen
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Beim Landeswettbewerb „Modellvorhaben innovativer ÖPNV im ländlichen Raum“ des Ministeriums für Verkehr und Infrastruktur hat der Landkreis Göppingen eine überzeugende Konzeption vorgelegt, die den Ausbau schon vorhandener flexibler Verkehrsangebote in den Fokus nimmt.

Das Land fördert die mit der Umsetzung verbundenen Kosten in Höhe von 75 Prozent, höchstens jedoch 850.000 Euro. „Der Landkreis Göppingen hat schon mehrfach bewiesen, dass dort engagiert an einem Gesamtkonzept für nachhaltige Mobilität gearbeitet wird. Ich gratuliere dem Landkreis zu dem überzeugenden Konzept und wünsche gutes Gelingen bei der Umsetzung“, so Verkehrsminister Winfried Hermann nach der Sitzung des Beurteilungsgremiums am 25. Februar 2016.

Mit dem Modellvorhaben soll exemplarisch demonstriert werden, wie ein flächendeckender Stundentakt im Sinne einer „Mobilitätsgarantie“ mit innovativen, bedarfsgesteuerten ÖPNV-Systemen auch im ländlichen Raum umgesetzt werden kann. Zudem sollen Wege aufgezeigt werden, wie ÖPNV im ländlichen Raum vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und begrenzter finanzieller Ressourcen der Aufgabenträger dauerhaft gesichert werden kann.

Der Landkreis Göppingen überzeugte aus verschiedenen Gründen mit seinem Konzept: Es setzt auf einen Ausbau der schon vorhandenen flexiblen Verkehrsangebote nach den Vorgaben der Ausschreibungen und des Nahverkehrsplans (Taktverkehre, Umsteigeknoten, Verbundtarif, Einsatz von Rufbussen in verkehrsschwachen Räumen/Zeiten). Ergänzend ist ein Haus-zu-Haus-Angebot geplant. Durch eine neue Mobilitätszentrale mit persönlicher Beratung sollen Vorbehalte bei potenziellen Fahrgästen beseitigt werden.

Landkreis Göppingen zeigt hohes Engagement für nachhaltige Mobilität

Eine wesentliche Neuerung liegt in der vorgesehenen Integration vorhandener sozialer Fahrdienste in den ÖPNV-Taktfahrplan. Dies ist bisher bundesweit kaum üblich. Damit eröffnen sich neue Möglichkeiten für einen Ausbau des Verkehrsangebots auch in Bereichen, in denen das Taxigewerbe nicht mehr präsent ist. Positiv ist außerdem der Verzicht auf Zuschläge für die flexiblen Verkehre. „Der Landkreis Göppingen war auch deshalb interessant für den Wettbewerb, weil er unter dem demographischen Wandel zum Teil in besonderer Weise leidet und insofern durchaus exemplarisch für viele ländliche Gegenden in Baden-Württemberg steht. Viele junge Einwohner ziehen weg oder Arbeitnehmer pendeln täglich in den Raum Stuttgart“, so Hermann.

Auch aus dem Landkreis Calw sind zwei interessante Vorschläge für die Weiterentwicklung des Verkehrsangebots fristgerecht eingereicht worden. Hier stehen eine bessere Abstimmung der verschiedenen, bereits vorhandenen flexiblen Angebote und die Integration einer Mitfahrvermittlung im Mittelpunkt. Es sind jedoch weitere Abstimmungen erforderlich, um die Konzepte an die inhaltlichen und finanziellen Bedingungen des Wettbewerbs anzupassen und ggf. zusammenzuführen.

Der Landtag hatte im Doppelhaushalt 2015/16 insgesamt 1,7 Millionen Euro für diesen Wettbewerb bereitgestellt. Ein Projekt kann mit maximal 850.000 Euro gefördert werden.

Im Antrag des Landkreises Göppingen hieß es:

Insbesondere im Raum Geislingen (erweiterter Mittelbereich), wo eine Vielzahl von Relationen in den Tagesrandzeiten und am Wochenende aufgrund der geringen Nachfragepotenziale in keinem Fall über die Regel-Linienbedienung abgedeckt werden können, wird zukünftig der Schwerpunkt auf alternativen Bedienungsformen liegen müssen. Daher eignet sich die Raumschaft in besonderer Weise für eine Beteiligung am Landeswettbewerb. 

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